450-Euro-Job

Geringfügig entlohnte Beschäftigung

Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung, auch Minijob oder 450-Euro-Job genannt, liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im Monat 450 Euro nicht überschreitet. Die wöchentliche Arbeitszeit sowie die Anzahl der monatlichen Arbeitseinsätze sind dabei nicht von Bedeutung. Bei der Prüfung, ob die Verdienstgrenze von 450 Euro im Monat überschritten wird, geht man vom regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelt aus.

Das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt wird abhängig von der Anzahl der Monate, für die eine Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt besteht, ermittelt. Dabei sind maximal 12 Monate anzusetzen. Das monatliche Arbeitsentgelt für diesen Zeitraum darf im Durchschnitt die Entgeltgrenze von 450 Euro pro Monat nicht überschreiten. Bei ganzjähriger Beschäftigung sind dies maximal 5.400 Euro pro Jahr bei durchgehender mindestens 12 Monate dauernder Beschäftigung.

Beim regelmäßigen monatlichen Arbeitsverdienst sind auch einmalige Einnahmen zu berücksichtigen, die mit hinreichender Sicherheit mindestens einmal pro Jahr gezahlt werden, wie beispielsweise das Weihnachts- oder Urlaubsgeld.

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer verdient 350 Euro pro Monat und erhält jährlich ein vertraglich zugesichertes Weihnachtsgeld in Höhe von 120 Euro. Das ergibt zusammen 4.320 Euro. Sein regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt beträgt demnach 360,00 Euro (4.320 Euro : 12). Damit überschreitet der Verdienst des Arbeitnehmers nicht die 450-Euro-Grenze und es liegt somit eine geringfügige Beschäftigung vor.

Das regelmäßige Arbeitsentgelt wird zum Zeitpunkt der Aufnahme der Beschäftigung in einer vorausschauenden Betrachtung bzw. erneut bei jeder dauerhaften Veränderung in den Verhältnissen ermittelt.

Neuerungen seit dem 1. Januar 2013

Verdienstgrenze steigt auf 450 Euro

Die Verdienstobergrenze der gut 7 Millionen geringfügig Beschäftigten in Deutschland wurde von 400 auf 450 Euro angehoben. Diese Neuregelung ist seit dem 1. Januar 2013 in Kraft.

Rentenversicherungspflicht

Die wichtigste aller Neuerung ist, dass alle geringfügig Beschäftigten automatisch in der gesetzlichen Rentenversicherung sind.

Aber auch Minijobs, die schon vor dem 1. Januar 2013 bestanden haben, sind rentenversicherungspflichtig, wenn der Verdienst ab 2013 auf mehr als 400 Euro ansteigt. Mehr...

Übergangsregelung für bisher sozialversicheruntspflichtig Beschäftigte

Beschäftigte, die vor dem 1. Januar 2013 zwischen 401 und 450 Euro verdient haben aber durch die Anhebung der Verdienstgrenze auf 450 Euro jetzt normalerweise sozialversicherungsfrei wären, bleiben für eine Übergangszeit längstens bis zum 31. Dezember 2014 sozialversichert.

Das bedeutet, dass bis Ende dieser Übergangszeit weiterhin Rentenversicherungspflicht besteht. Von der ebenfalls weiterhin bestehenden Krankenversicherungspflicht können sich die geringfügig Beschäftigten jedoch befreien lassen, was bei der Rentenversicherungspflicht leider nicht möglich ist. Mehr...